Push Pull Legs Trainingspläne
Strukturiere dein Push Pull Legs Training für 3, 4 oder 6 Einheiten pro Woche, mit sinnvollem Volumen, Regeneration und klarer Progression.
Warum Push Pull Legs für 4 bis 6 Einheiten pro Woche sinnvoll ist
Push Pull Legs (PPL) trennt dein Training in Druckbewegungen (Push), Zugbewegungen (Pull) und Unterkörper (Legs). So verteilst du Volumen überschaubar, kannst schwächere Muskelgruppen priorisieren und bleibst flexibel in deiner Wochenplanung.
Für fortgeschrittene Trainierende mit 4 bis 6 Einheiten pro Woche ist PPL ideal, um eine hohe Trainingsfrequenz mit ausreichender Regeneration zu kombinieren.
Du findest alle PPL-Varianten in der Übersicht der Trainingspläne unter der Plan-Bibliothek.
Grundprinzipien: Volumen, Intensität und Regeneration
Training wirkt nur, wenn du genug Belastung setzt und genug davon verarbeitest. Nutze PPL bewusst, statt einfach nur viele Einheiten zu sammeln.
Wöchentliches Volumen grob einordnen
Orientiere dich für Hypertrophie pro Muskelgruppe ungefähr an:
- 10–14 Sätze pro Woche: Erhalt / moderater Aufbau
- 14–20 Sätze pro Woche: solider Aufbau für Fortgeschrittene
- 20+ Sätze pro Woche: nur sinnvoll, wenn Schlaf, Ernährung und Stress sehr gut sind
Verteile diese Sätze über die Woche, statt alles in eine Einheit zu packen. In einem 6-Tage-PPL bekommst du so z. B. 2 Push-, 2 Pull- und 2 Leg-Einheiten mit je 6–10 Arbeitssätzen pro Hauptmuskel.
Intensität und Laststeuerung
Nutze RPE/RIR als grobe Leitplanke. Wenn du unsicher bist, nutze den Guide zur Trainingsintensität.
- Basis: RPE 7–9 (1–3 Wiederholungen im Tank)
- Schwere Verbundübungen (z. B. Kniebeuge, Bankdrücken): eher RPE 7–8
- Isolationsübungen (z. B. Curls, Seitheben): öfter RPE 8–9
Vermeide es, dich in jeder Einheit komplett auszuschießen. Hohe Frequenz funktioniert nur mit kontrollierter Intensität.
Trainiere kontrolliert, nicht schmerzverliebt: Stoppe bei stechendem Schmerz, korrigiere zuerst die Technik und suche bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat.
Regeneration und Alltag
Achte auf:
- Schlaf: Ziel 7–9 Stunden mit möglichst konstanter Schlafenszeit
- Alltagsstress: In sehr stressigen Phasen lieber Volumen oder Frequenz 1–2 Wochen reduzieren
- NEAT / Alltagsbewegung: Hohe Schrittzahlen plus sehr hohes Trainingsvolumen können die Erholung bremsen
Wenn Leistung und Muskelkater sich über mehrere Wochen aufschaukeln, ist das ein Zeichen, Volumen oder Intensität zu drosseln oder eine Deload-Woche einzubauen.
Varianten im Überblick: 3, 4 oder 6 Einheiten
Nutze diese Übersicht, um die passende Struktur für deinen Alltag auszuwählen. Details folgen in den Tabs.
Drei Einheiten pro Woche reichen, wenn du sehr beschäftigt bist, zusätzliche Sportarten hast oder auf Qualität statt Frequenz setzt.
Typischer Ablauf
- Woche 1: Push – Pull – Legs
- Woche 2: Push – Pull – Legs (gleiche Reihenfolge, anderer Wochentag, falls nötig)
Du trainierst jede Muskelgruppe einmal pro Woche intensiv, das Gesamtvolumen pro Einheit ist etwas höher.
Geeignet, wenn
- du wenig Zeit hast, aber schon solide Technik mitbringst
- du PPL testen möchtest, bevor du auf 4–6 Einheiten steigerst
- du in einer stressigen Phase bist und Training eher stabilisieren als maximieren willst
Vier Einheiten pro Woche sind ein guter Kompromiss aus Frequenz und Regeneration, insbesondere wenn der Oberkörper mehr Fokus bekommen soll.
Typische Struktur
- Variante A: Push – Pull – Legs – zusätzlicher Oberkörper-Fokus (z. B. Push/Pull-Mix)
- Variante B: Push – Pull – Pause – Legs – Oberkörper-Mix
Du erhöhst insbesondere die Frequenz für Brust, Rücken und Schultern auf ca. 1,5–2 Einheiten pro Woche.
Geeignet, wenn
- du 4 feste Trainingstage gut in den Alltag integrieren kannst
- du Oberkörper etwas priorisieren willst (z. B. Brust, Schultern, Rücken)
- du ausreichend schläfst und moderaten Alltagsstress hast
Sechs Einheiten sind die klassische PPL-High-Frequency-Struktur für Fortgeschrittene mit sehr guter Regeneration.
Typischer Ablauf
- Woche: Push – Pull – Legs – Push – Pull – Legs – Pause
- oder: Push – Pull – Pause – Legs – Push – Pull – Pause
Du trainierst jede Muskelgruppe zweimal pro Woche mit moderatem Volumen pro Einheit.
Geeignet, wenn
- du viel Trainingszeit hast und Training priorisierst
- Schlaf, Ernährung und Stressmanagement gut strukturiert sind
- du bereit bist, Volumen bewusst zu steuern und Deloads einzuplanen
Wenn du mit 6 Einheiten startest und Leistung, Schlaf oder Stimmung schnell einbrechen, reduziere auf 4 Einheiten oder streiche zunächst Isolationssätze, bevor du weitere Intensitätstechniken hinzufügst.
So wählst du deine PPL-Variante
Definiere deine verfügbare Trainingszeit
Notiere dir realistisch, an wie vielen Tagen pro Woche du trainieren kannst, nicht wie viele du gerne würdest.
- 3 Tage verfügbar → eher 3-Tage-PPL
- 4 Tage verfügbar → 4-Tage-PPL
- 5–6 Tage verfügbar → 6-Tage-PPL möglich, 4-Tage-PPL plus optionale 5. Einheit oft sinnvoller
Erfolgszeichen: Dein geplanter Rhythmus passt zu deinem Alltag, ohne dass jede Woche umgeworfen wird.
Bewerte deine Regeneration aktuell
Schau dir die letzten 2–4 Wochen an:
- Bist du nach Leg-Days nach 24–48 Stunden wieder halbwegs belastbar?
- Sind Schlaf und Energie tagsüber überwiegend stabil?
- Bleibt Leistung in großen Lifts (Kniebeuge, Bank, Hinge) stabil oder steigt sie langsam?
Wenn du hier eher Nein sagst, starte mit 3–4 Tagen und moderate Sätze pro Muskelgruppe (ca. 10–14 pro Woche).
Lege Fokusmuskeln fest
Entscheide, welche Muskelgruppen du priorisieren willst (z. B. Rücken, Schultern, Glutes).
- Platziere Fokusmuskeln früh im Training, wenn du noch frisch bist
- Gib Fokusmuskeln leicht mehr Volumen (z. B. +2–4 Sätze pro Woche)
- Halte andere Muskelgruppen bei Erhaltungsvolumen
So nutzt du PPL nicht nur als Struktur, sondern auch für gezielte Schwerpunktsetzung.
Starte mit konservativem Volumen
Plane lieber etwas weniger Sätze, als du theoretisch schaffen würdest:
- 3-Tage-PPL: 12–16 Sätze pro Hauptmuskel pro Woche
- 4-Tage-PPL: 14–18 Sätze pro Hauptmuskel pro Woche
- 6-Tage-PPL: 14–20 Sätze pro Hauptmuskel pro Woche, verteilt auf 2 Einheiten
Erhöhe erst nach 2–3 Wochen jeweils 2–4 Sätze pro Woche, wenn du dich gut erholst und Fortschritte stagnieren.
Überprüfe nach 4 Wochen
Bewerte nach etwa 4 Wochen:
- Steigen Gewichte oder Wiederholungen langsam an?
- Bleibt Muskelkater auf 24–72 Stunden begrenzt?
- Fühlst du dich vor den Einheiten eher motiviert als ausgelaugt?
Wenn ja, passt deine Struktur. Wenn nein, reduziere Sätze oder Einheiten, bevor du an der Übungsauswahl drehst.
Konkrete Wochenstrukturen für PPL
Nutze diese Beispiele als Rahmen und passe Übungen mit dem Übungskatalog an.
3-Tage-PPL Beispielwoche
- Montag: Push
- Mittwoch: Pull
- Freitag: Legs
Grobe Satzverteilung pro Einheit:
- Push: 3–4 Brustübungen, 2–3 Schulterübungen, 1–2 Trizepsübungen (insgesamt ca. 14–18 Sätze)
- Pull: 3 Rückenübungen (horizontal/vertikal), 1–2 hintere Schulter / Traps, 2 Bizepsübungen
- Legs: 2–3 Quad-Fokus, 2–3 Hüftstreckung/Glute, 1–2 Waden, optional 1 Core
4-Tage-PPL Beispielwoche (Oberkörper-Fokus)
- Montag: Push
- Dienstag: Pull
- Donnerstag: Legs
- Samstag: Oberkörper-Mix (Push/Pull kombiniert, Fokus Schwachstellen)
Oberkörper-Mix kann z. B. enthalten:
- 1–2 zusätzliche Brust- oder Rücken-Compounds
- 1–2 Schulterübungen
- 1–2 Arm- oder hintere Schulter-Isos
Halte das Beinvolumen hier konservativ, um Regeneration nicht zu sprengen.
6-Tage-PPL Beispielwoche (klassisch)
- Montag: Push 1 (schwerer Fokus)
- Dienstag: Pull 1 (schwerer Fokus)
- Mittwoch: Legs 1 (schwerer Fokus)
- Donnerstag: Push 2 (moderater Fokus, mehr Isos)
- Freitag: Pull 2 (moderater Fokus, mehr Isos)
- Samstag: Legs 2 (moderater Fokus, Technik/Bewegungsqualität)
- Sonntag: Pause
Schwere Tage priorisieren Verbundübungen mit weniger Gesamtvolumen, leichtere Tage bringen mehr Isolationsarbeit und Technik.
Wenn du 6 Tage trainierst, blocke dir bewusst mindestens einen vollständigen Restday ohne Krafttraining. Cardio in niedriger bis moderater Intensität ist dort okay, solange es die Regeneration nicht stört.
Progression im PPL: Wie du Woche für Woche besser wirst
Struktur allein baut keine Muskeln. Entscheidend ist, wie du innerhalb deiner PPL-Variante progressierst.
Grundregeln für progressive Überlastung
- Gewicht steigern, wenn du im oberen Wiederholungsbereich bleibst und Technik stabil ist
- Wiederholungen steigern, wenn du mit dem aktuellen Gewicht RPE 6–7 erreichst
- Sätze erhöhen, wenn Gewicht und Wiederholungen über 2–3 Wochen stagnieren und du dich gut erholst
Kopple Progression an deine RPE/RIR-Skala, statt blind jede Woche Gewicht draufzupacken.
Einfache Wochenlogik
Nutze je Übung z. B. einen Wiederholungsbereich:
- Verbundübungen: 4–8 oder 6–10 Wiederholungen
- Isolationsübungen: 8–15 Wiederholungen
Wenn du mit guter Technik am oberen Ende des Bereichs landest und noch 1–2 saubere Wiederholungen im Tank hast, erhöhe das Gewicht in der nächsten Einheit leicht.
Deloads einplanen
Bei 4–6 Einheiten pro Woche sind Deloads nicht optional, sondern Teil des Systems:
- Alle 6–10 Wochen: 1 Woche mit ca. 50–60 Prozent des normalen Volumens und RPE 6–7
- Optional spontane Deloads, wenn:
- Gelenkschmerzen zunehmen
- Schlaf oder Stimmung deutlich kippen
- Leistung in mehreren Lifts trotz Bemühung fällt
Nutze Deloads, um langfristig mehr Gesamtarbeit leisten zu können, nicht als Zeichen des Scheiterns.
Häufige Fragen zu PPL
Nächste Schritte
Nutze die Plan-Bibliothek, um einen konkreten PPL-Plan in deiner gewünschten Frequenz auszuwählen und an deinen Alltag anzupassen.
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